Ehrenfeld

Morgens halb zehn in Ehrenfeld

Sechs Kölner Pänz stehen jeden Sonntag in der Woche auf dem Bolzplatz in der Fröbelstraße, um ihrem Idol Christiano Ronaldo nach zu eifern.

Wie an jedem Sonntagmorgen treffen sich Kai, Fiete, Murat, Fatih, Oleg und Benno auf dem Fröbelplatz, um gemeinsam ein paar Stunden zu kicken. Murat ist mit seinen zwölf Jahren und neun Monaten der Älteste und Kapitän der Mannschaft, die sich „Team Ronaldo“ nennt, und teilt wie immer die Teams ein. Zuerst spielen Kai, Fatih und Oleg, alle haben ein Trikot vom FC Köln an, wobei Kai und Fatih das Jersey von Lukas Podolski tragen, zusammen gegen die anderen. Benno ist der größte der Acht- bis Zwölfjährigen und der beste Keeper. Sein Idol ist Leverkusens René Adler, womit er bei den restlichen Jungs nicht auf Gegenliebe stößt. Denn die sind ausnahmslos Anhänger des heimischen FC. Dennoch streift er sich selbstbewußt das  Torwarttrikot mit der Nummer über und das Bayer-Kreuz prangt auf seiner Brust – das muss wahre Heldenverehrung sein.

Die sechs treffen sich regelmäßig in „ihrem“ Käfig auf dem Fröbelplatz und bolzen, was das Zeug hält. Besonders schöne Tore werden noch einmal nachgestellt. Vor allem Murat wagt häufig Trickschüsse – auch heute gelingt ihm ein sehenswerter Fallrückzieher. Solch filigrane und artistische Einlagen sind auf diesem Bolzplatz möglich, weil als Untergrund nicht Asche oder gar Asphalt dient. Nein – in der Fröbelstraße wird auf Hartgummi gebolzt. Um den dunkelroten Untergrund ist ein drei Meter hoher Edelstahlzaun aufgestellt, weswegen die kleinen Ronaldos ihren Platz auch liebevoll Käfig nennen. Schon so manchen Ball konnte das Gatter aufhalten, aber manchmal fliegt doch einer über den Zaun. Da viele Autos um den Fröbelplatz geparkt sind, werden diese am häufigsten getroffen, aber beschwert hat sich noch niemand. „Probleme hatten wir noch keine. Aber wir machen ja auch nichts kaputt“, erklärt Fatih grinsend.

Auf die Frage,, warum sie ausgerechnet hier Fußball spielen und nicht woanders, antwortet Oleg: “Ganz einfach- hier ist es am coolsten!” Die anderen Jungs nicken zustimmend und klatschen einander ab. Jetzt ist es auch Zeit, weiter zu trainieren, denn eines ist klar: jeder der sechs Jungs will irgendwann auf echtem Rasen in den großen Stadien spielen.

Benjamin Bonn und Nils Hühn

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