Belgisches Viertel

Kicken im “Central Park”

Nicht nur New York hat ausgedehnte Grünflächen mitten in der City zu bieten, auch Köln kann einen stattlichen "Central Park" vorweisen, in dem gut und gerne gekickt wird. Sabrina Stiller war für euch dort.

Der „Central Park“ von Köln – auch bekannt als der Innere Grüngürtel, erstreckt sich vom Riehler Rheinufer bis zur Luxemburger Straße. Mit einer Breite von 200 Metern und einer Gesamtfläche von 120 Hektar ist er die größte Grünanlage innerhalb Kölns. Ein idealer Ort zum Ausspannen oder für die Freizeitgestaltung.

Dort wo die Innere Kanalstraße auf die Aachener Straße trifft, gibt es große Wiesenflächen und einen Bolzplatz, der von vielen Freizeitkickern genutzt wird. Einer von ihnen ist Andreas (27), der vor fünf Jahren nach Köln zog und seitdem aktiv auf seinem Lieblingsplatz nach Lust und Laune kickt.

Wie kam es dazu, dass der Innere Grüngürtel zu deinem Lieblings-Bolzplatz wurde?
„Kurz nach meinem Umzug nach Köln begab ich mich mit ein paar Freunden auf die Suche nach Plätzen zum Kicken. An erster Stelle stand natürlich die Nähe zum Veedel. Da ich im Belgischen Viertel wohne, brauche ich zu Fuß weniger als zehn Minuten zum Platz.

Schnell war klar, dass der Innere Grüngürtel ein idealer Ort ist. Außerdem bietet er viele Ausweichmöglichkeiten, wenn an schönen Tagen viele Freizeitkicker unterwegs sind. Für einen guten Bolzplatz würde ich aber auch quer durch Köln fahren. Dass mein Lieblingsplatz so nah gelegen ist, ist natürlich pures Glück.“

Wer spielt hier so?
„Vom Teenager bis zum Erwachsenen kommt hier jeder hin. Ich persönlich gehe immer mit drei Freunden los. Meistens trifft man auch auf ein paar Jungs, die für ein Mini-Turnier bereit sind. Wir haben schon eine Menge Leute kennen gelernt, mit denen wir uns hin und wieder treffen, um gemeinsam zu zocken. Mit mehr Leuten macht es eben einfach mehr Spaß.“

Wie oft geht ihr zum Kicken raus?
„In den Semesterferien gehen wir bis zu dreimal die Woche zocken – ein guter Ausgleich zum zeitintensiven Studium. Da ich in meiner alten Heimat Boppard zehn Jahre lang aktiv im Fußballverein gespielt habe, versuche ich mein Können mit regelmäßigem Training aufrecht zu erhalten. Da es im Winter bei Minusgraden leider nicht möglich ist hier zu spielen, wechseln wir oft zur Indoorhalle „Soccerworld Köln“.“

Wo kann man nach dem Spiel abhängen?
„Im Sommer ist der Aachener Weiher ein toller Platz zum Abhängen und zum Grillen. Für ein kühles Kölsch oder gutes Tischkickerturnier in fußballfreundlicher Atmosphäre ist die Kneipe „Gottes grüne Wiese“ zu empfehlen. Hier werden regelmäßig Bundesligaspiele übertragen und in Zeiten der EM und WM ist es dort rappelvoll.

Zwei Wochen vor der letzten WM war dort der Teufel los, denn da hat die Panini-Tauschbörse „Tauschrausch“ begonnen. Zu diesem Event kamen rund tausende verrückte Fußballfans, um WM-Fußballbildchen zu tauschen. Der Andrang war so groß, dass sogar Straßen blockiert wurden und sich die Anwohner beschwert haben. Das Ordnungsamt hat die Veranstaltung dann vorerst gestoppt.“

Die Stadt Köln versucht, die Attraktivität des Inneren Grüngürtels auch weiterhin beizubehalten. Anfang Dezember wurde der neue Fuß- und Radweg eröffnet, zudem legten  Auszubildende des Garten- und Landschaftsbaus innerhalb der letzten sechs Monate rund 5000 Quadratmeter Wiese an. Wir können gespannt sein, wie sich der „Central-Park“ Kölns in den nächsten Jahren weiterentwickelt.

Esta Meier

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