Mülheim

Fußball für soziale Integration

Im Mülheimer Bolzkäfig an der Holweider Straße trainieren Jugendliche wöchentlich im Rahmen des Projekts "Komm Bolzen!". Betreut werden sie von erfahrenen Fußballtrainern, das Training ist kostenlos. Träger des Projekts ist der Verein KIDsmiling, der sich die Integration sozial benachteiligter Jugendlicher zum Ziel gemacht hat.

Timur freut sich auf das Training. In Sportklamotten und mit seinen Fußballschuhen an den Füßen macht er sich auf den Weg zum Bolzplatz. Er hat es nicht weit. Nach fünf Minuten ist er am Platz angekommen und begrüßt seine Mitspieler sowie den Trainer. Dann wird gekickt.

Timur spielt seit einem Jahr Fußball auf dem Bolzplatz an der Holweider Straße in Mülheim. Der Elfjährige wohnt in einem sozial benachteiligten Bezirk in einer Vierzimmerwohnung zusammen mit den Eltern und den vier Geschwistern. Der Vater ist ein einfacher Lagerarbeiter und die Familie hat nicht genug Geld, um ihrem Sohn das Fußballtraining im Verein zu bezahlen.

Für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien gibt es das Projekt „Komm Bolzen!“ des Vereins KIDsmiling e.V., das kostenloses Fußballtraining unter der Leitung von erfahrenen Trainern anbietet.

Seit Mai 2007 wird jede Woche auf mittlerweile elf Bolzplätzen über das gesamte Kölner Stadtgebiet verteilt gekickt. das Training dauert mindestens zwei Stunden. Jede Woche nehmen insgesamt bis zu 300 Mädchen und Jungen daran teil.

Einer davon ist Timur. In seiner Wohngegend in Mülheim gibt es sonst wenig Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Seine Familie verbringt die Nachmittage lieber im Wohnzimmer vor dem Fernseher, anstatt nach draußen zu gehen. In der Schule hat Timur Probleme, dem Unterricht zu folgen. Seine Noten sind im letzten halben Jahr abgesackt. Gewalt und Aggressionen auf dem Pausenhof sind in seiner Schule keine Seltenheit.

Beim wöchentlichen Fußballtraining findet der junge Türke einen Ausgleich. Seine Herkunft und sein sozialer Hintergrund sind hier unwichtig – hier zählen allein Engagement und Teamgeist beim Spiel.

Mit dem Projekt „Komm Bolzen!“ soll die soziale und kulturelle Integration der Mitspieler ermöglicht werden. Besonders angesprochen werden dabei Kinder und Jugendliche aus so genannten Schwerpunktgebieten, die in besonderem Maß mit Alkohol, Drogen, Gewalt und Kriminalität konfrontiert sind und wenig oder keine familiäre Unterstützung oder gesellschaftliche Anerkennung bekommen.

Mitmachen können alle Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren. Für das Projekt wurde bewusst die Tradition des Straßenfußballs für das offene Training aufgegriffen – ohne feste Regeln und Richtlinien. So soll den Kindern der Leistungsdruck, der oftmals in Vereinen vorherrscht, genommen werden. Bolzplätze werden damit zu einem wichtigen Teil der sozialen Infrastruktur.

Gekickt wird gleich um die Ecke, lange Wege und eine umständliche Anreise zu den Plätzen gibt es nicht.
Die Spieler werden von erfahrenen Trainern mit entsprechend sozialpädagogischem Hintergrund trainiert.

Die Ziele des Projekts sind breit gefächert: Den Kindern soll Freude an Bewegung und Aktivität vermittelt werden, um damit langfristig zur Gesundheitsförderung beizutragen. Daneben kann die Lernfähigkeit in der Schule durch das Training positiv beeinflusst werden, denn die körperliche Aktivität verbessert die Konzentrationsfähigkeit der Kinder. Ein wichtiges Ziel darüber hinaus ist die Persönlichkeitsbildung des Einzelnen: Sozialkompetenz und Teamfähigkeit werden gefördert.

Die Kids lernen, Konflikte sachlich zu klären und Aggressionen konstruktiv abzubauen. Mit der Zeit entwickeln sie ein Gefühl für die Bedürfnisse ihrer Mitspieler und stärken gleichzeitig ihr eigenes Selbstwertgefühl, wenn sie merken, dass sie für die Mannschaft wichtig sind.

Das Training wird aus den Spendenmitteln des Vereins „KIDsmiling e.V.“ finanziert. Initiator des Projekts ist neben „KIDsmiling“ das Amt für Kinderinteressen der Stadt Köln. Unterstützt wird „Komm Bolzen!“ auch vom 1. FC Köln, die Schirmherrschaft hat Torwart Faryd Mondragón übernommen.

Inzwischen gibt es in Meschenich und Nippes jeweils ein reines Mädchen-Fußballtraining. Höhepunkt ist das alljährliche gemeinsame Turnier aller elf Bolzplatzteams, bei dem neben den Toren auch das Fairplay in die Bewertung mit einfließt.

Mittlerweile ist es dunkel geworden und das Training geht zu Ende. Timur ist erschöpft und ausgepowert, aber zufrieden mit dem Spiel und seiner Leistung: „Das Spielen macht mir Riesenspaß und hier kann ich mich austoben, ohne dass die anderen darauf achten, wo ich herkomme.“

In Mülheim wird jeden Montag von 16 bis 18 Uhr auf dem Bolzplatz an der Holweider Straße trainiert. Weitere Informationen über das Projekt und den Verein „KIDsmiling e.V.“ auf www.kidsmiling.de.

Kira Heppner

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