Der Fußball-Käfig – ein Phänomen?

Der Käfig zum Fußballspielen ist eine urbane Einrichtung. Keine schlechte, doch erfüllt nicht immer seinen Sinn und Zweck. Ein paar Gedanken dazu!

Zu finden sind sie in Hinterhöfen oder hinter hohen Sträuchern und Büschen inmitten eines Großstadtviertels. Kinder und Jugendliche sollen nicht auf der Straße Fußball spielen, das gibt nur Ärger: Also lieber in die Käfige mit ihnen.

Einige von diesen Käfigen werden mit großem Tamtam eingeweiht und  versprechen, im Zeichen der Integration eine gute Sache zu sein, besonders in  sozialen Brennpunkten. Hier können  die Freizeit-Kicker gemeinsam ihrem Hobby Fußball nachgehen.

Ich persönlich habe allerdings höchst selten jemand tatsächlich in diesen Käfigen spielen sehen. Man findet schon immer mal ein paar Kinder oder  Jugendliche, die sich  dort die Zeit vertreiben. Doch meist quatschen sie, rauchen eine und trinken heimlich Bier.

So beobachtete ich vor kurzem drei Jugendliche in einem solchen Käfig. Wie „Gangster“ standen sie, die Kapuze über den Kopf gezogen,  und rauchten einen Joint. In einem weiteren Käfig fand ich nur mehrere Scherbenhaufen statt kickender Kinder. Das gab mir zu denken.

Es scheint doch ein Phänomen zu sein, dass die rühmliche Idee, den Jugendlichen  einen Platz zur sportlichen Betätigung zu geben, meist fehlschlägt – denn diesen Anlaufpunkt nutzen sie doch eher gegenteilig. Sie hängen dort ab und tun Dinge, von denen die Erwachsenen nichts mitbekommen sollen. Bietet dieser Käfig ihnen einen Schutzraum, um Verbotenes zu tun? Ist er eine „No-Go-Area“ für Erwachsene?

Wenn ich mich an meine Jugend erinnere,die ich zwar nicht in der Stadt erlebte, sondern in einem ländlichen Dorf, haben wir uns damals tatsächlich auch auf dem Spielplatz oder dem Bolzplatz getroffen, um unsere erste heimliche Zigarette zu rauchen. Verrückt!

In Wien beispielsweise wird der Käfig nun wieder auf seine ursprüngliche Weise genutzt. Dort gab es im Oktober 2009 die erste Käfig-WM. „Der Wiener Käfig-Sport wurde massiv aufgewertet“, lautet ein Zitat zu der scheinbar gelungenen Veranstaltung. „Sport ist gelebte Integration“ – was für starke Worte, die dort in den Mund genommen werden.

Doch ist das ganze komplett durchorganisiert und zusätzlich neben einer Partei auch noch von weiteren Sponsoren finanziell unterstützt worden. Ein Mega-Projekt. Steht das in Relation? Vielleicht. Es steht ja unter lobenswerten Absichten.

Doch wieso benötigt dieser Fußball-Käfig ein Projekt, damit er funktioniert? Können Jugendliche ihn nicht einfach nutzen, wozu er geschaffen wurde? Zum Fußballspielen? Oder ist es vielleicht am Ende doch attraktiver, auf einem richtigen Ascheplatz oder einer Wiese zu spielen?

Nächstes Mal werde ich die „Gangster“-Kids einfach mal fragen…

Sabine Kortland

  • Skaterpark Blumenberg – Das Allround-Talent

    Genau auf der Grenze zwischen Chorweiler-Nord und Blumenberg befindet sich die wohl vielseitigste Freizeitanlage im Kölner Norden. Für Hobby-Kicker oder einen Spaziergang im Grünen ist der Blumenberger Park ideal. 

  • Die „Kickenden Kurfürsten“

    Wie ist das eigentlich, wenn man Freizeitkicker ist? Eine Frage von vielen, die mich brennend interessiert und darum habe ich einen Kicker aus dem Nähkästchen erzählen lassen. 

  • Kalker Jugend kickt in den Abenteuerhallen

    Die Kalker Abenteuerhallen bieten viele Angebote, mit denen die ansässigen Jugendlichen ihren Nachmittag gestalten können. Neben mehreren Fußball-Trainings kann man Skaten, Klettern oder Einrad fahren. Diplom-Pädagogin und Betreuerin Ilka Palmersheim plaudert im Interview aus dem Nähkästchen. 

  • Kick-Spaß auf sieben Rasenplätzen

    Hinter der Südtribüne des RheinEnergieStadions in Köln-Müngersdorf liegen die sieben Rasenplätze der Jahnwiese. Verwaltet wird die Wiese von der nahe gelegenen Sporthochschule Köln. Nach Absprache mit dem Sportamt kann die Fläche auch von Hobbykickern genutzt werden.  

  • Fußball für soziale Integration

    Im Mülheimer Bolzkäfig an der Holweider Straße trainieren Jugendliche wöchentlich im Rahmen des Projekts "Komm Bolzen!". Betreut werden sie von erfahrenen Fußballtrainern, das Training ist kostenlos. Träger des Projekts ist der Verein KIDsmiling, der sich die Integration sozial benachteiligter Jugendlicher zum Ziel gemacht hat. 

  • Kicken im schönsten Park Deutschlands

    Kicken in traumhaft schöner Atmosphäre können Fußballfreunde im Rheinpark - denn dieser wurde 2007 zum schönsten Park Deutschlands gekürt. Auf einer rund 40 Hektar großen Gesamtfläche finden Fußballfreunde massig Platz, umgeben von zahlreichen Pflanzen und Bäumen. 

  • Bolzplatz “Am Mühlenweg” wieder bespielbar!

    Dank engagierter Zusammenarbeit von Stadt und Bürgern kann in Urbach wieder gekickt werden! Nach Anfrage wurde die Stadt aktiv und sanierte den Bolzplatz "Am Mühlenweg". Heute können hier wieder große wie kleine Freizeitfußballer kicken. Erreichbar ist der Platz mit dem Bus.  

  • Kicken im “Central Park”

    Nicht nur New York hat ausgedehnte Grünflächen mitten in der City zu bieten, auch Köln kann einen stattlichen "Central Park" vorweisen, in dem gut und gerne gekickt wird. Sabrina Stiller war für euch dort. 

  • Ein Tag in der Halle – der Soccer Treff Pesch

    Wenn es draußen gießt wie aus Eimern oder sich Väterchen Frost anmeldet, bleiben dem hartnäckigen Hobby-Fußballer nur zwei Möglichkeiten: Entweder er stellt sich dem Kampf gegen die Elemente oder er versucht noch einen Platz in einer Soccerhalle zu ergattern. Doch der Hallenfußball ist mehr als nur eine Winteralternative. 

  • Ein Grüngürtel auf der „Schäl Sick“

    Wer noch nie von einem rechtsrheinischen Grüngürtel gehört hat, sollte schnellstens sein Wissen aufpolieren. Ein Teil dieser Anlage in den Stadtteilen des Kölner Ostens ist die Merheimer Heide. Mit seinen großflächigen Wiesen lädt dieser Park die Kölner nicht nur zum Kicken ein. 

  • Kicken in Nippes – mehr Schein als Sein?

    „Bonito“ spaziert fast jeden Tag mit seinem Hund durch den Grüngürtel in Nippes. Dabei passiert er auch immer wieder den Bolzplatz an der Neusser Straße – den Platz, an dem er seiner eigentlichen Leidenschaft, dem Fußballspielen, frönen könnte….wenn dort nur irgendjemand spielen würde. 

  • Kicken in Europas größter Soccerhalle

    Die SoccerWorld in Köln-Lövenich macht ihrem Namen alle Ehre. Mit dem Betreten der größten Fußball-Halle Euopas eröffnet sich eine kleine Welt, in der es ausschließlich ums Kicken geht. Die Fußballatmosphäre wird dabei sofort spürbar. Jedem, der selbst Fußball spielt oder je gespielt hat, wird es bei diesem Anblick in den Zehen jucken. 

  • Kicken zum Spaß an der Freude

    Die "United Embergkickers" sind eine Hobbymannschaft, die sich bei Wind und Wetter auf dem Höhenhauser Bolzplatz am Embergweg zum Kicken trifft. Die "Embergkickers" freuen sich über Verstärkung - wer also Lust zum Kicken hat, kann gerne beim sonntäglichen Training vorbeischauen. 

  • Ein Bolzplatz mit Geschichte

    Ein Stück Stadtgeschichte in geheimnisvoller Atmosphäre kann man auf dem Bolzplatz an der Stadtmauer, der nicht weit vom Mediapark entfernt ist, erleben. Der Bolzplatz mit Handballtoren eignet sich super zum spontanen Kicken. 

  • Aus Pfui wird Hui

    Ein fast vergessener Platz mausert sich zum attraktiven Freizeitraum für Jung und Alt. Hilfe kam u.a. von der "Elton hilft"-Stiftung. 

  • Morgens halb zehn in Ehrenfeld

    Sechs Kölner Pänz stehen jeden Sonntag in der Woche auf dem Bolzplatz in der Fröbelstraße, um ihrem Idol Christiano Ronaldo nach zu eifern. 

  • Volkspark aka Fritz-Encke-Park

    Seit 2002 heißt der Raderthaler Park „Fritz-Encke-Volkspark“. Um Verwechselungen mit dem Volksgarten zu vermeiden sowie dem Architekten zu gedenken, wurde der Park umbenannt. 

  • Der Fußball-Käfig – ein Phänomen?

    Der Käfig zum Fußballspielen ist eine urbane Einrichtung. Keine schlechte, doch erfüllt nicht immer seinen Sinn und Zweck. Ein paar Gedanken dazu! 

  • Neujahrskick an der Playstation entschieden

    Ist der Rasen hart wie Stein, wird die "Playsi" Sieger sein . Der etwas andere Neujahrskick mit Profifußballern und Traumtoren. 

  • Das Tor macht die Musik

    „10 Schenkel für ein Halleluja“ – so lautet der Name eines Ensembles junger Musikkünstler, die sich etwa einmal pro Woche direkt unter dem Colonius zum Kicken treffen. Dabei zeigen sie ihr Zaubertalent keineswegs nur auf dem Rasen - auch im Tonstudio spielen sie sich gekonnt die Bälle zu. 

Impressum